Dolomitentour 2021

Vorwort:
Nachdem im letzten Jahr meine jährliche Erinnerungstour wegen der Pandemie in den Herbst verschoben werden musste, sollte sie in diesem Jahr wieder im Frühjahr stattfinden. Zur sonst üblichen Zeit über Himmelfahrt klappte es noch nicht, da sowohl in Italien, als auch in Deutschland noch relativ strenge Einreise- und Quarantäneregeln galten. Jetzt haben sich aber die Infektionszahlen zum Glück in eine gute Richtung entwickelt und meine zweite Impfung liegt mehr als zwei Wochen zurück. Das heißt, ich gelte als „vollständig Geimpfter“ und bin in Deutschland von der Testpflicht und Quarantäne bei der Rückkehr befreit. Bei der Einreise nach Italien muss ich allerdings noch ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Außerdem muss die Einreise nach Italien ebenso digital angemeldet werden, wie die Rückreise nach Deutschland. Das alles ist noch etwas verworren und kompliziert, aber immerhin ist das Reisen nach Italien wieder möglich.

29.05.2021 Erster Tag der Dolomitentour:
Das Wohnmobil stand bereits reisefertig im Hof, aber zuerst musste ich noch schnell zum Testzentrum, um mir meinen negativen Test für die Einreise nach Italien abzuholen. Das war dann doch nicht so einfach, weil bei dem freien Testzentrum (ohne Anmeldung) eine riesige Schlange stand, Wartezeit mindestens 1,5 Stunden. Darauf hatte ich keine Lust. Das zweite offene Testzentrum wollte mich ohne Termin nicht drannehmen, die beiden anderen Testzentren hatten geschlossen. Also habe ich erst mal nur Brötchen geholt. Dann gab es noch ein gemeinsames Frühstück mit meiner Frau und danach ging die Reise los. Ich hatte mir unterwegs noch einen Termin in einem Testzentrum in Hanau gebucht. Das verlief dann problemlos.

Im letzten Jahr lief ja coronabedingt alles anders, aber die diesjährige Reise sollte wieder mit einem Besuch bei meinen Münchner Freunden Rebecca und Jochen starten. Die beiden waren inzwischen umgezogen, wohnten aber immer noch im „Speckgürtel“ von München. Auch beim neuen Haus gab es einen geeigneten Platz, um das Wohnmobil auf dem Grundstück abzustellen. Wir verbrachten einen sehr schönen Abend mit Grillen, Bier und guten Gesprächen. Von diesem Abend gibt es wie immer keine Fotos.

30.05.2021 Zweiter Tag der Dolomitentour:
Nach einem gemeinsamen Frühstück mit meinen Gastgebern, startete ich meine Tour gegen 9:00 Uhr. Über den Zirler Berg ging es nach Tirol. Zum ersten mal habe ich erlebt, dass hier eine Grenzkontrolle durch die Österreicher stattfand

Ich wollte unbedingt wieder einmal über das Kühtai fahren und das erwartete mich bei absolutem Kaiserwetter, das mich auch während der kompletten Reise nicht verlassen sollte.

Durch Innsbruck und über die Brenner-Bundesstraße ging es zunächst nach Sterzing, um Einkäufe zu erledigen.

Dieser Supermarkt steht bei jeder Italienreise auf meiner ToDo-Liste. Er liegt direkt an der Strecke und hat an 7 Tagen in der Woche geöffnet. Also kann man auch am Sonntag bequem seine Einkäufe erledigen. Nachdem die Einkäufe erledigt waren, ging es zum heutigen Tagesziel, auf den Jaufenpass.

kurz vor der Passhöhe

Vor der Edelweisshütte herrsche wie immer ein turbulentes Treiben.

Also parkte ich wieder einmal vor der Panoramahütte, wie schon so oft.

Diesen Blick aus dem Fenster genieße ich immer wieder

Mein erster Gang führte mich aber doch erst mal in die Edelweisshütte, um das obligatorische Stück Obstkuchen zu essen und einen Cappuccino zu trinken.

Das hatte schon Tradition

Danach unterhielt ich mich noch mit dem Wirt der Panoramahütte, der mich bereits von früheren Übernachtungen kannte. Ich erhielt auch gleich mal die lebenslange Erlaubnis, vor seiner Hütte zu übernachten, ohne fragen zu müssen. Da die Hütte bereits sehr früh geschlossen hatte, war ich heute mal wieder selber dran, mir mein Abendessen zu bereiten.

Zum ersten mal versuchte ich, im Omnia einen Flammkuchen zu bereiten. Der ist ganz lecker und knusprig geworden.

Nach dem Essen genoss ich das herrliche Wetter (bei trotzdem eisiger Kälte) vor der Hütte mit einem Glas Rum und einer Zigarre.

Auch das hat schon Tradition. Früher habe ich das immer mit meinem Sohn gemacht, wenn wir von einer schönen Motorradtour zurück waren. Heute mache ich das allein und meine Gedanken sind dann immer ganz fest bei meinem Sohn. Ich bin sicher, er schaut immer zu und grinst dabei.

Den Abend lies ich dann ganz in Ruhe mit meinem Buch ausklingen.

31.05.2021 Dritter Tag der Dolomitentour:
Nach einem schnellen Coffee to Go (Drive) ging es wieder die selbe Strecke hinunter, die ich gerstern auch hochgefahren war. Kurz vor Sterzing ging es dann rechts ab zum Penserjoch.

Oben angekommen, gab es erst mal Frühstück.

Zeit für Weißwurst, leider gab es keine Brezeln, aber wenigstens süßen Senf

Gegen Mittag erreichte ich mein Tagesziel, den Campingplatz Ab&c Arco bed and camping in Arco, am Nordufer des Gardasees.

Auch hier war ich schon häufiger. Dieser Campingplatz wird immer angefahren, wenn ich meinen Vorrat an Merlot auffrischen möchte. Zu dem Campingplatz gehörte nämlich ein Weingut und den Wein konnte man nur vor Ort an der Rezeption kaufen.

Das muss dann wieder bis zum nächsten Mal reichen

Nachdem ich mich häuslich eingerichtet hatte, ging es mit dem Escooter erst mal zum Gardasee.

Da es gerade Mittagszeit war, gönnte ich mir eine Pizza und ein Gläschen Rotwein, mit herrlichem Blick auf den Gardasee.

Dann ging es am Ufer weiter und im großen Bogen wieder zurück zum Campingplatz.

In einer Gärtnerei, in der wir vor einigen Jahren schon einmal ein Olivenbäumchen gekauft hatten, wollte ich noch ein zweites Bäumchen kaufen.

Das ist es dann geworden.

Den Abend lies ich dann wieder mit einem leckeren Rotwein und meinem Buch ausklingen. Da es mittags bereits Pizza gab, sollte ein frischer Salat als Abendessen ausreichen.

01.06.2021 Vierter Tag der Dolomitentour:

Auch der nächste Morgen erwartete mich bei bestem Wetter.

Da ich abends ein Foto von dem Olivenbäumchen in meine Whatsapp-Status eingestellt hatte, trafen prompt Bestellungen bei mir ein.

Also ging noch ein weiteres Olivenbäumchen und ein Zitronenbäumchen mit auf die weitere Reise. Heute standen einige Pässe auf dem Programm, mit einer relativ langen Fahrzeit und endlosen Spitzkehren, aber genau so habe ich es mir ja ausgesucht.

Über Canazei ging es zunächst zum Fedaia-Stausee.

Nach einem Espresso ging es weiter über den Falzarego-Pass…

Hier konnte man beobachten, wie mit Hubschraubern die kaputten Bäume ausgeflogen wurden

… zum Passo Giau. Auch der steht jedes Jahr auf meinem Programm.

Leider war der Parkplatz inzwischen mit einer Höhenbegrenzung versehen, so dass ein Parken nicht mehr möglich ist. Es bestand ja schon immer ein nächtliches Parkverbot für Camper, aber wenigstens konnte man für eine Rast noch parken. Im letzten Jahr habe ich hier noch eine Brotzeit gemacht, das war nun leider nicht mehr möglich. Meine Parkposition, mitten in der Kurve, reichte gerade mal für ein paar schnelle Fotos, dann ging es auch schon weiter. Bei der Abfahrt ins Tal hatte ich aber doch noch Gelegenheit für ein paar Bilder.

Dann ging es auch schon weiter zum Pordoi Joch.

Nach einem kurzen Fotostopp ging es auch schon weiter zum Sella Joch.

Weiter ging es über das Grödner Joch.

Mein heutiges Tagesziel sollte das Würzjoch sein. Diesmal ging es vorbei am Hotel Antermoia, da hatte ich ja letztes Jahr übernachtet. Ich wollte ganz hinauf zur Passhöhe und auf dem Parkplatz vor der Würzjochhütte übernachten.

Auf dem Weg nach oben, kurz vor der Passhöhe, sah ich meinen ersten freilebenden Auerhahn.

Da ich den Vogel nicht verjagen wollte, konnte ich nicht näher ran gehen. Also musste ich versuchen, mit dem Zoom etwas näher zu kommen.

Leider etwas verschwommen

Aber auch sonst sind mir auf meiner Reise wieder einige Tiere begegnet, vor allem Murmeltiere. Leider hatte ich da keine Gelegenheit zum Fotografieren.

Auf der Passhöhe angekommen erwartete mich die nächste Überraschung.

Der komplette Parkplatz war mit einer Kette gesperrt. Die freie Fläche war leider so schräg, dass ich wohl aus dem Bett gefallen wäre. Übernachten war hier also nicht möglich. Aber für ein paar Fotos blieb genug Zeit. Natürlich hätte ich zurück fahren können. Etwa 3 Kurven weiter unten hatte ich schon einmal übernachtet. Aber ich hatte Lust, einfach noch ein Stück weiter zu fahren, bis ich eine geeignete Stelle zur Übernachtung fand.

Dieser Platz war groß genug und kerzengerade

Nach ca. 20 Minuten kam ich dann an dieser Stelle vorbei, die sich geradezu für eine Übernachtung anbot. Da diese Straße sehr schmal ist, musste auch nicht mit nächtlichem Verkehrslärm gerechnet werden. Also gab es erst mal Abendessen.

Nach dem Essen gab es den obligatorischen Rum und die Zigarre, mit Erinnerungen an meinen Sohn.

Es war an dieser Stelle eine himmlische Ruhe. Zwischen 19:00 Uhr und 7:00 Uhr kam kein einziges Auto vorbei. Da weit und breit keine Ansiedlungen anzutreffen waren, herrschte an dieser Stelle auch absolute Dunkelheit, ohne jegliche „Lichtverschmutzung“, nur erhellt durch ein paar Sterne. Auch das war mal ein Erlebnis, das man ruhig mal haben sollte.

Am Abend gab es eine kurze Zeitspanne, in der der Fels richtig toll von der Sonne angestrahlt wurde.
Am nächsten Morgen sah es dann so aus.

02.06.2021 Fünfter Tag der Dolomitentour:
Ich wurde tatsächlich gegen 7 Uhr von den ersten vorbeifahrenden Autos geweckt, vorher war absolute Stille, bis auf die natürlichen Geräusche des Waldes. Es gab wieder nur einen schnellen Kaffee, dann ging es auch schon weiter. Heute wollte ich mich aus den Dolomiten verabschieden. Meine Fahrt führte mich über Brixen und die Brenner-Staatsstraße nach Sterzing, wo ich vor dem Supermarkt noch eine letzte Frühstückspause einlegte.

Es gab noch einmal Weißwurst, diesmal immerhin mit Laugenbrötchen 😉

Nach dem Frühstück ging es weiter bis zum Brenner, wo die Österreicher tatsächlich wieder Einreisekontrollen durchführten. Sie wollten aber nur wissen, ob ich nach Deutschland durchfahre, dann wünschten sie mir auch schon eine gute Weiterreise. Kurz vor Innsbruck bog ich noch einmal in Richtung Kühtai ab. Ich hatte keine Lust, durch Innsbruck zu fahren und finde die Landschaft am Kühtai viel ansprechender, als das Getümmel in der Stadt.

Ein letzter Blick auf schneebedeckte Berggipfel.

Ab jetzt gibt es keine Fotos mehr und eigentlich auch nicht mehr viel zu berichten. Ich setzte meine Reise in Richtung Ötztal und Fernpass fort. An der Grenze zu Deutschland war zwar auf deutscher Seite auch eine Grenzkontrollstelle aufgebaut, aber wir wurden alle durchgewunken. Eine letzte Station dieser Reise hatte ich noch vor mir, ich wollte Freunde auf der schwäbischen Alb besuchen. Diese erreichte ich dann auch gegen 17 Uhr. Wir verbrachten einen schönen Abend bei netten Gesprächen, dem einen oder anderen Glas Wein und natürlich mit leckerem Essen vom Grill. Fotos von solchen privaten Treffen gibt es wie immer nicht.

04.06.2021 Sechster Tag der Dolomitentour:
Das Ende meiner diesjährigen Dolomitentour stand unmittelbar bevor. Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschiedete ich mich gegen 9 Uhr von meinen Freunden und war gegen Mittag zuhause. Zwei kleinere Staus brachten zwar etwas Verzögerung, aber das war nicht der Rede Wert. Unterwegs lieferte ich natürlich noch die Mitbringsel aus, also die bestellten Bäumchen und etwas italienischen Käse. Zuhause ging es dann natürlich gleich daran, das Wohnmobil für die nächste Reise vorzubereiten.

Fazit:
Die erste Reise am Ende der Corona-Pandemie hatte im Vorfeld für etwas Unsicherheit bei mir gesorgt, weil ich nicht wusste, was auf mich zukam. Ich hatte befürchtet, durch ständige Kontrollen, Maskenpflicht und Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit die Reise nicht so genießen zu können, wie in den Jahren zuvor. Aber es kam dann doch anders. Bis auf die Österreicher hat sich niemand für meine Einreiseanmeldungen oder Testergebnisse interessiert. In Restaurants oder auf Campingplätzen gab es keinerlei Kontaktnachverfolgung, nur hin und wieder war eine Maske notwendig, vor allen in Innenräumen beim Einkaufen. Ansonsten hat es sich fast so angefühlt, als wäre nie etwas gewesen. Wollen wir hoffen, dass das so bleibt und diese Pandemie nicht noch einmal Schwung holt.

Obwohl ich schon seit so vielen Jahren regelmäßig in die Dolomiten fahre, bin ich immer wieder begeistert. Jede Reise ist irgendwie anders und fast immer lerne ich auch neue Orte kennen. Aber viel wichtiger, als die neuen Orte, sind mir die schönen Erinnerungen an die wunderbaren Zeiten, die ich mit meinem Sohn in dieser traumhaften Gegend verbracht habe. Und diese Erinnerungen werden jedes Jahr wieder aufgefrischt, so auch in diesem Jahr. Ich bin froh, diese Reisen machen zu können und so dafür zu sorgen, dass die Erinnerungen an meinen Sohn nicht verblassen.

Damit endet mein Reisebericht und ich freue mich schon auf die nächste Reise

Eine grobe Übersicht über meine Fahrstrecke in den Dolomiten findet Ihr hier