Elsass 2021

Vorwort

Wie so häufig, haben wir auch in diesem Jahr unsere Urlaubspläne spontan über Bord geworfen. Aus den urprünglich geplanten Tagen an der ligurischen Küste in Italien wurde eine wunderschöne Zeit im Elsass. Da unser Kind ein 3-wöchiges Praktikum für die Schule absolvierte und somit komplett aus unserer Verantwortung entlassen wurde, konnten wir einmal einen Urlaub zu zweit planen. Natürlich sollte uns die Reise nicht zu weit von unserem Kind wegführen, um im Falle eines Falles reagieren zu können. Da das Praktikum in der Pfalz stattfand, stand für uns das Elsass als Reiseziel fest.

Sonntag, 19.09.21:

Wieder einmal starteten wir unseren Urlaub erst am Nachmittag, da wir unser Kind noch zu seinem Praktikum auf ein wunderschönes Weingut zwischen Alzey und Worms bringen wollten. Nachdem wir uns von unserem Kind verabschiedet hatten, ging es auch schon los. Heute sollte es aber nur noch eine kurze Etappe werden, als Übernachtungsplatz hatten wir einen Parkplatz am Rheinstrandbad in Rappenwört bei Karlsruhe ausgesucht. Wir wollten Fußball gucken, unsere Eintracht spielte gegen Wolfsburg. Nach anfänglichen Internetproblemen (es gab zunächst überhaupt keinen Empfang), wollten wir schon einen anderen Stellplatz anfahren, aber unsere Nachbarn sagten, dass es in einigen hundert Metern in der Nähe des Strandbades besser wäre. So war es dann auch, wir parkten auf dem Platz um und konnten in aller Ruhe Fußball schauen. Danach gab es noch Abendessen und wir ließen den ersten Abend mit einem leckeren Essen und einer Flasche Wein ausklingen.

Montag, 20.09.21:

Den nächsten Morgen starteten wir mit einem lecken Frühstück und frisch aufgebackenen Brötchen aus dem Omnia. Danach wollten wir noch etwas die Gegend erkunden und packten die Fahrräder aus. Direkt am Parkplatz startete ein sehr schöner Radweg, der uns zunächst durch die Wälder, vorbei an Seen und Feldern schließlich zum Rhein führte.

Gegen Mittag packten wir alles ein und fuhren nun das kleine Stück über die Grenze nach Frankreich. Unser erster Halt sollte in Lauterbourg sein. Auf dem Camping Municipal in Lauterbourg fanden wir auch einen Platz für die Nacht, der eigentlich recht schöne Platz war fast leer.

Wie man auf dem Foto erkennen kann, mussten wir ab jetzt unser Fahrzeug mit Warntafeln „Angles Morts“ versehen. Alle Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5t müssen diese Tafeln seit Anfang des Jahres an den Seiten und am Heck befestigen, um Radfahrer auf den „toten Winkel“ aufmerksam zu machen. Über Sinn und Unsinn dieser Anordnung kann man sich streiten, um aber keinen Ärger zu bekommen, haben wir uns für Magnettafeln entschieden, die nach der Reise wieder abgenommen werden können. Notwendig war das, weil unser Fahrzeug auf 4t aufgelastet ist.

Der Campinglatz lag direkt an einem Badesee.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, packten wir die Fahrräder aus und erkundeten erst einmal den Ort.

Nachdem wir von unserer Erkundungstour zurück waren, gab es erst mal einen Kaffee mit kleinen Leckereien ☺

Danach wurde das SUP aufgeblasen, wenn wir doch schon mal direkt am See standen.

Als wir mit dem SUP den Durchgang vom Campingplatz zum Strand nahmen, wies uns ein Schild darauf hin, dass das Stand-Up-Paddeln verboten sei. Das war schon ziemlich ärgerlich, zumal kein Grund dafür zu sehen war. Da keine Menschenseele anwesend war interpretierten wir das Schild so, dass während der Freibadsaison das Paddeln nicht erlaubt sei, weil dort zu viele Schwimmer sich gestört fühlen könnten. Außer ein paar Nilgänsen konnten wir aber niemanden stören und drehten also trotzdem ein paar Runden mit dem SUP auf dem See. Danach trockneten wir das Board und verstauten es wieder in der Heckgarage. Es hat sich niemand durch unser Verhalten gestört gefühlt.

Dienstag, 21.09.21:

Heute wollten wir uns Straßburg anschauen. Vor einigen Jahren hatten wir schon mal versucht, auf dem „Camping de Strasbourg“ einen Platz zu bekommen, damals war alles ausgebucht. Heute hatten wir mehr Glück, auch ohne Reservierung. Wir bekamen einen schönen Platz und richteten uns erst einmal ein.

Dann ging es auch schon mit den Fahrrädern auf einem sehr guten Radweg bis in die Innenstadt von Straßburg.

Straßburg ist wunderschön, hatte aber für unseren Geschmack eindeutig zu viele Menschen. Wir waren deshalb froh, nach einem Gläschen Wein und einem Flammkuchen in einem netten Lokal direkt an der Ill, endlich wieder auf dem ruhigen Campingplatz abgekommen zu sein. Ich nutzte das herrliche Wetter und ging noch eine Runde im Pool plantschen. Danach kaufte ich in einer benachbarten Patisserie noch etwas Süßes zum Kaffee. Wir saßen unter unserer Markise bei einem Kaffee und den süßen Leckereien, als der Hund von unserer Nachbarin auf einen Besuch zu uns kam.

So ein Hund ist immer wieder ein „Eisbrecher“, wir kamen mit dem Frauchen, einer sehr netten Schweizerin, ins Gespräch und verbrachten einige Zeit des Abends mit einem Glas Wein und angeregten Gesprächen vor dem Wohnmobil, bevor es langsam frisch wurden und wir uns alle nach innen zurückzogen.

Mittwoch, 22.09.21:

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es für uns weiter. Wir wollten nach Molsheim auf den dortigen Camping Municipal. Den kannten wir bereits von früheren Besuchen. Da wir genau in der Mittagspause dort ankamen, mussten wir einen Augenblick auf dem Parkplatz warten, aber die Zeit konnten wir gut mit einem Mittagessen überbrücken. Nachdem die Rezeption wieder geöffnet war, bekamen wir eine schöne Parzelle zugewiesen und richteten uns ein. Hier wollten wir mal wieder zwei Tage bleiben.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es auch schon wieder auf die Fahrräder. Direkt hinter dem Campingplatz beginnt ein Radweg, der in beiden Richtungen gut zu befahren ist.

Wieder kamen wir auf dem Heimweg an einer Patisserie vorbei und konnten nicht widerstehen 🤷‍♀️

Gegen Abend wollte ich noch einmal einen ortsansässigen Winzer aufsuchen, um etwas Wein zu kaufen. Also schnappte ich mir meinen E-Scooter und rollte noch mal in die Stadt. Der Winzer war etwas „rustikal“ eingerichtet, aber das sollte mich nicht stören. Dafür war der Wein ein Bio-Wein.

Ich erstand zwei Fläschchen Gewürztraminer, eine Flasche davon haben wir direkt noch am Abend geöffnet und dabei noch ein paar Kleinigkeiten auf den Grill gelegt.

Donnerstag, 23.09.21:

Wir wollten ja noch einen Tag länger in Molsheim bleiben. Also gönnten wir uns erst mal ein leckeres Frühstück mit frischen Brötchen aus dem Omia. Danach ging es auch schon wieder aufs Fahrrad.

Wir fuhren mir unseren Rädern an diesem Tag ca. 40km und es hat uns richtig viel Spaß bereitet. Am Nachmittag haben wir mal die Patisserie ausgelassen, und uns im Omnia selbst einen Kuchen gebacken.

Freitag, 24.09.21:

Uns hat es einmal wieder in die Vogesen gezogen. Von Molsheim sind wie auf direktem Weg nach Bussang gefahren. Dort haben wir vor einigen Jahren den „Sunelia Domaine de Champé“ schon einmal besucht und hatten sehr schöne Erinnerungen an diesen Platz. Wir konnten uns eine Parzelle aussuchen und wählten wieder eine direkt an der Mosel, die nur wenige Kilometer entfernt ihren Ursprung hatte und hier noch als Bach durch den Platz zog.

Den Nachmittag haben wir bei herrlichstem Wetter um Moselufer verbracht, haben Kaffee getrunken und den selbstgebackenen Kuchen vom Vortag gegessen. Unser kleines Hüngerchen am Abend haben wir mit selbstgemachten Hamburgern gestillt 😋

Samstag, 25.09.21:

Heute stand wieder Radfahren auf dem Programm. Zunächst ging es in den Ort Bussang, um ein kleines Mitbringsel für Winzerfamilie zu kaufen, die unseren Sohn 3 Wochen beherbergt.

Bei der weiteren Erkundung des Ortes fanden wir noch dieses historische Theater:

Dann ging es hinauf zur Moselquelle.

Anschließend sind wir wieder ins Tal gefahren und moselabwärts noch eine ganze Weile über einen wunderschönen Radweg gefahren.

Wieder zurück auf dem Campingplatz haben wir uns erst mal gestärkt.

Sonntag, 26.09.21:

Heute stand Colmar auf dem Programm. Der Stellplatz am Yachthafen hat uns irgendwie nicht angesprochen, er wirkte etwas ungepflegt. Uns war mehr nach grüner Umgebung, also schauten wir uns den „Camping de l’Ill“ an, der uns gleich viel besser gefiel. Auch hier war noch reichlich Platz, also buchten wir uns für eine Nacht ein.

Dann ging es auch schon wieder mit den Fahrrädern in die Innenstadt. Colmar ist ähnlich wie Straßburg sehr touristisch. Aber es ist auch ein sehenswertes Städchen.

Wir stärkten uns mit einem Gläschen Wein und einer Pizza bzw. einem Flammkuchen, bevor wir uns weiter auf Erkundung begaben.

Dann ging es durch „La Petite Venise“, auch richtig nett anzusehen.

Montag, 27.09.21:

Unsere nächste Station war Kaysersberg. Auch hier fanden wir wieder einen netten Camping Municipal mit reichlich Platz. Wir beschlossen, auch hier wieder zwei Tage zu bleiben. Kaysersberg ist ein sehr schöner, kleiner Ort mit wunderschönen Fachwerkhäusern und natürlich allerlei Schnickschnack für die Touristen. Vom Campingplatz führt ein Radweg direkt in die historische Altstadt. Auch die umliegenden Orte sind gut mit dem Rad zu erreichen.

In Kaysersberg wurde 1875 Albert Schweizer geboren

Dienstag, 28.09.21:

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns wieder mit den Rädern auf, um den Nachbarort zu besuchen. Zwischen den Ortschaften gibt es jede Menge Natur, vor allem Weinberge.

Und schon erreichen wir Kientzheim.

Zurück in Kaysersberg musste natürlich dem örtlichen Winzer ein Besuch abgestattet werden. Ein paar wenige Fläschchen Wein durften dann auch mit ins Reisegepäck 🍷

Mittwoch, 29.09.21:

Heute sollte es nach Obernai gehen und wieder war der Camping Municipal unser Ziel.

Wir haben auf unserer Reise schon schöner gestanden, aber der Platz hatte alles, was man als Camper braucht. Und dieser Platz sollte auch nur für eine Nacht als Übernachtungsplatz dienen, da Obernai die letzte Station unserer Reise war.

Der Ort Obernai ist uns vor allem durch sehr viel Autoverkehr aufgefallen. Wir haben uns mir unseren Fahrrädern nicht besonders wohl gefühlt. Aber sobald man die Stadt hinter sich gelassen hat, taucht man sofort wieder ein in die Natur und die für das Elsass so typischen Weinberge.

Donnerstag, 30.09.21:

Heute ist der Tag der Heimreise. Die war ursprünglich auch etwas anders vorgesehen, wir wollten uns auf deutscher Seite noch ein paar Tage Zeit lassen und noch einen Abstecher ins Erzgebirge machen. Dort wollten wir noch den 80. Geburtstag meiner Mutter feiern. Leider haben uns gesundheitliche Gründe gezwungen, den direkten Heimweg anzutreten. Wir fuhren gegen 8:30 Uhr in Obernai los und waren gegen Mittag zuhause.

Fazit:

Wir haben das erste mal außerhalb der Schulferien Urlaub machen können und haben es sehr genossen, dass nicht überall so viel Trubel war. Wenn sich für uns wieder die Gelegenheit ergibt, werden wir das bestimmt wiederholen.

Für unsere Elsassreise haben wir die richtige Zeit ausgesucht, überall waren die Menschen mit der Weinlese beschäftigt und das Wetter hat noch super durchgehalten. Uns hat der Streifzug durch die Natur, aber auch durch die Geschichte der Region sehr gut gefallen und wir hoffen, Ihr hattet beim Lesen des Berichtes und beim Betrachten der Fotos auch ein wenig Spaß. Für 2021 sind erst einmal keine weiteren Reisen geplant, aber das Jahr 2022 kommt bestimmt. Wir würden uns freuen, wenn Ihr auch im nächsten Jahr wieder virtuell mit uns reist 😏