Dolomitentour 2019

Auch in diesem Jahr wollte ich wieder eine Erinnerungstour für meinen Sohn machen. Da ich dieses Jahr etwas mehr Zeit zur Verfügung habe, wird es diesmal auch etwas anders sein. Sonst habe ich ja ausschließlich auf den Passhöhen übernachtet, dieses Jahr gibt es auch Übernachtungen auf Campingplätzen. Aber der Reihe nach:

11.05.2019 Erster Tag der Dolomitentour
Der erste Tag sollte planmäßig bis München führen, um wie immer Rebecca und Jochen zu besuchen. Gegen 9:00 Uhr bin ich gut ausgeruht zuhause gestartet. Da ich nicht so früh in München sein wollte, habe ich beschlossen, der Therme in Erding einen Besuch abzustatten. Das hab ich dann in die Tat umgesetzt und war schon beeindruckt von der Therme.

Da ich nicht übernachten wollte, bin ich natürlich nicht auf den gebührenpflichtigen Stellplatz gefahren, sondern auf den gebührenfreien Parkplatz für Tagesgäste. Nachdem ich mir im Foyer ein großes Badehandtuch und eine Badehose gekauft habe (beides hatte ich nämlich nicht dabei), habe ich mir ein Ticket für zwei Stunden gelöst. Die Therme ist riesig und in zwei Stunden hat man nicht ansatzweise alles probiert. Trotzdem habe ich es mir gut gehen lassen und beschlossen, diese Therme noch einmal zu besuchen.

Gegen 18:00 Uhr traf ich dann bei Rebecca und Jochen ein. Wie immer hatte Jochen seinen Womo-Stellplatz für mich frei gemacht.

Wir haben einen sehr schönen Abend bei netten Gesprächen und gutem Essen verbracht. Gegen Mitternacht habe ich mich dann ins Wohnmobil zur Nachtruhe begeben.

12.05.2019 Zweiter Tag der Dolomitentour
Ich hatte Zeit und ließ den Tag gemütlich angehen. Im Gegensatz zu früheren Besuchen bin ich noch zum Frühstück geblieben. Gegen Mittag bin ich dann in München aufgebrochen und bedanke mich hiermit bei den Gastgebern noch einmal für die Gastfreundschaft.

Da ich wirklich nicht in Zeitnot war, habe ich meinem Navi gesagt, dass ich mautfrei fahren möchte. Also bin ich über den Zirler Berg und Innsbruck auf der alten Brenner-Bundesstraße in Richtung Benner gefahren.

In Sterzing war mein erster Halt wieder beim Euro-Spar, der ja auch Sonntags geöffnet hat. Dort habe ich mich mit ein paar Lebensmitteln versorgt. Dann musste ich mich entscheiden, was denn mein erster Übernachtungsplatz auf Südtiroler Gebiet sein sollte. Eigentlich wollte ich als erstes auf den Jaufenpass, aber von meiner Übernachtung aus dem vorletzten Jahr wusste ich, dass es dort schwierig ist mit dem Fernsehempfang. Normalerweise ist mir das nicht wichtig, aber an dem Abend hat „meine Eintracht“ gegen Mainz gespielt und ich wollte das Spiel gerne sehen. Also bin ich über das Pustertal und das Gardertal auf das Würzjoch gefahren. Ca. 5 km vor der Passhöhe befindet sich der Ort Antermoia.

Hier begann meine gemeinsame „Dolomitenkariere“ mit meinem Sohn. Unser erster gemeinsamer Motorradausflug in die Dolomiten hat uns nach Antermoia geführt. Dort kenne ich von früheren Besuchen die Betreiberfamilie des gleichnamigen Hotels und bereis vor zwei Jahren hatte ich von den Inhabern die Erlaubnis erhalten, auf deren Parkplatz zu übernachten. Diesen Parkplatz habe ich also wieder angesteuert, obwohl ich per E-Mail von den Betreibern erfahren hatte, dass das Hotel Ferien hat. Auf dem Parkplatz habe ich auch gleich den Fernseher startklar gemacht und bei einer Brotzeit das Spiel gesehen (hätte ich es mal lieber gelassen).

Nach dem Spiel bin ich noch ein wenig spazieren gegangen und dann habe ich dieses Schild bemerkt:

Das kannte ich noch nicht, das war neu. Da die Betreiber des Hotels nicht da waren, um mir die erneute Genehmigung zur Übernachtung zu holen, wollte ich keinen Ärger provozieren und bin weiter hoch zur Passhöhe gefahren. Der Parkplatz vor dem Restaurant war noch mit Schneemassen bedeckt, ein Platz zum Übernachten war nicht wirklich vorhanden.

Aber drei Kurven weiter unten war ich an einem Wanderparkplatz vorbei gekommen, der ideal aussah. Also bin ich dorthin zurückgefahren und habe in himmlischer Ruhe und Einsamkeit meine erste Nacht in den Dolomiten verbracht.

13.05.2019 Dritter Tag der Dolomitentour
Heute stand das erste Mal eine Abweichung von meiner üblichen Tourplanung auf dem Programm. Ich wollte mir Bozen etwas näher ansehen. Mit dem Motorrad bin ich da zwar früher bereits durchgefahren, habe aber von der Stadt nicht viel gesehen. Besonders die Altstadt soll ja sehr schön sein. Also war mein heutiges Ziel der Campingplatz „Moosbauer“. Es ging das Würzjoch abwärts in Richtung St. Peter und weiter in Richtung Bozen.

sdr
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Dort angekommen habe ich das Wohnmobil abgestellt und mich häuslich eingerichtet.

sdr
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Danach habe ich meinen Drahtesel abgeladen und bin in die Altstadt gefahren. Ja, die Empfehlungen waren richtig, die Altstadt ist ganz nett und kann sich sehen lassen. Leider hatte das archäologische Museum mit dem Ötzi geschlossen.

Aber es war Markt und an jeder Ecke gab es leckere Sachen zu probieren und natürlich auch zu kaufen.

14.05.2019 Vierter Tag der Dolomitentour
Heute wollte ich den südlichsten Punkt meiner diesjährigen Reise antreten, den Monte Baldo am Gardasee. Doch zunächst habe ich dem Campingplatz „AB&C Arco bed and camping“ im Norden des Gardasees einen Besuch abgestattet. Ich wollte nicht übernachten, aber von unsrem letzten Familienurlaub im Herbst wusste ich, dass es hier einen guten Merlot zu kaufen gibt. Also habe ich mir hier erst mal einen Vorrat an leckerm Rotwein besorgt. Dann ging es weiter zum Monte Baldo.

Vor diesem Hotel haben vor drei Jahren noch unsere Motorräder gestanden, diesmal musste ich leider allein hier sein.

Leider hatten das Hotel und die Bar geschlossen (das sollte mir auf meiner Reise in diesem Jahr öfter passieren, es war einfach noch zu früh im Jahr). Also habe ich mir selber einen Espresso zubereitet und mit Erinnerung an die vergangene Zeit getrunken.

Dann ging es weiter zum Camping „Mario Village“ am Lago di Caldonazzo. Dieser Campingplaz war das letzte „Basislager“ für die gemeinsamen Motorradtouren mit meinem Sohn. Ich stand sogar wieder auf der gleichen Parzelle, wie vor drei Jahren.

An diesem Tag hatte ich wirklich sehr gemischte Gefühle, die Erinnerungen waren ziemlich intensiv. Aber genau das ist ja der Sinn meiner alljährlichen Reise, mich an die schönen Zeiten mit meinem Sohn zu erinnern.

Da das Wetter herrlich war, bin ich am Nachmittag erst mal eine Runde Schwimmen gegangen. Das Wasser im beheizten Pool war herrlich.

Ich hatte keine Lust, in das Restaurant zu gehen und wollte lieber allein sein. Also war wieder Kochen angesagt. Die kulinarischen Erinnerungen meiner kürzlichen Spanienreise haben mich zur Paella animiert. Die Zutaten hatte ich alle dabei, also ging es frisch ans Werk. Das Ergebnis war durchaus lecker. Ich hatte auch noch einen Rest spanischen Rotwein dabei, der hat sehr gut dazu geschmeckt.

15.05.2019 Fünfter Tag der Dolomitentour
Im letzten Jahr hatte ich ja wirklich Pech mit dem Wetter. Mein Besuch bei den „Drei Zinnen“ ist sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Es hatte während der gesamten Reise nur geregnet. Dieses Jahr sah das Wetter deutlich besser aus, obwohl es auch alle Facetten zu bieten hatte. Der Wetterbericht hatte vorhergesagt, dass es heute zwar bis zum Abend regnen sollte, aber in der Nacht sollte es aufreißen und der Morgen sollte dann mit herrlichem Sonnenschein beginnen. Juhuuuu, auf zu den „Drei Zinnen“. Aber leider sollte es auch in diesem Jahr nicht klappen.

Die Straße war noch gesperrt und das Rifugio sollte erst in zwei Wochen öffnen. Tja, was nun? Ein kurzer Blick in die Karte brachte eine neue Idee. Es sollte nach Sexten gehen, zum dortigen Caravanpark. Von dem hatte ich ja schon einiges gehört und den wollte ich schon immer mal sehen. Also ging es über Toblach und Innichen zunächst auf einen Sprung nach Österreich. Ich wollte Diesel tanken und bei einem Preisunterschied von 35 Cent lohnen sich die paar Kilometer auf alle Fälle. In Sexten angekommen habe ich mich wieder häuslich eingerichtet und habe dann das Schwimmbad aufgesucht.

Das ist wirklich ganz hübsch. Die Sauna habe ich aber nicht besucht, dafür war es einfach schon zu spät. Nach dem Schwimmen hatte ich Hunger. Da die Dame an der Rezeption gesagt hatte, man müsse den Tisch im Restaurant vorher reservieren, habe ich darauf verzichtet und auch heute wieder selbst gekocht. Da es schnell gehen sollte, gab es Spaghetti Aglio Oli Pepperoncini. Lecker war’s.

16.05.2019 Sechster Tag der Dolomitentour
Nach einer herrlich ruhigen Nacht ist der versprochene Sonnenschein tatsächlich da. Ein Blick aus dem Panoramafenster bringt den Beweis.

Es gibt den üblichen Kaffee zum Mitnehmen, dann geht es noch schnell zur Ver- und Entsorgung und dann fahre ich noch einmal die 5km zurück nach Sexten. Per Kurznachricht im Wohnmobilforum wurde ich von einem User darauf hingewiesen, dass die Käserei in Sexten einen Besuch wert sei.

Also habe ich diese Käserei aufgesucht und einige Sorten probiert und natürlich auch einiges gekauft. Über Käsemangel müssen wir uns in den nächsten Wochen nicht beschweren.
Anschließend geht es über den Kreuzbergpass wieder Richtung Misourina, somit habe ich die „Drei Zinnen“ einmal umrundet. Weiter ging es über den „Passo Tre Croci“, den Falzaregopass und den Valporolapass,

durch Stern und Corvara auf das Pordoijoch.

Das Wetter hatte inzwischen umgeschlagen und schon seit einiger Zeit war leichter Schneefall zu verzeichnen. Ich drehte meine Runde über das Tableau zu Fuß, um ein paar Fotos zu schießen und eine Pizza zu essen.

Leider war auch die Seilbahn am Pordoijoch noch außer Betrieb, sonst wäre ich noch einmal nach oben gefahren.

Den Rest des Nachmittages verbrachte ich damit, schon mal mit dem Entwurf dieses Reiseberichtes zu beginnen. Es schneite immer heftiger und das Wohnmobil bekam eine weise Mütze. Innen war es kuschelig warm und bei einem Glas Rotwein auch ganz gemütlich. Später habe ich mir dann mal wieder Spaghetti Frutti di Mare zubereitet, diesmal eine ganz eigene Kreation mit einer Rieslingsauce. Ich habe einfach alles in die Pfanne geschmissen, was weg musste.

Den Rest des Abends verbrachte ich mit Lesen und Musik hören, da bei dem Schneefall kein Fernsehempfang möglich war. Auch die Sat-Schüssel war eingeschneit.

17.05.2019 Siebenter Tag der Dolomitentour
Bereits ab ca. 7:00 Uhr war auf dem Tableau ziemlich reger Straßenverkehr, so dass ich von den Geräuschen der vorbeifahrenden LKW aufgewacht bin. Aber ich war ausgeschlafen und nach einem ersten Kaffee ging die Fahrt weiter. Es hatte aufgehört zu schneien, aber die Sicht war nahe NULL, da die Wolken sehr tief hingen. Heute sollte mein letzter Tag in den Dolomiten sein, da ich morgen Nachmittag bereits in der Münchner Alianz-Arena sein will.

Vom Pordoi ging es also zunächst über das Sellajoch und das Grödnerjoch ins Gadertal und bei Sankt Martin in Thurn begann der Einstieg ins Würzjoch. Das wollte ich gern noch einmal fahren, da mein Sohn diesen Pass so sehr mochte (ich natürlich auch). Bei Sankt Peter habe ich dann das Würzjoch wieder verlassen und bin über die Seiser Alm durch Bozen und Meran auf den Jaufenpass gefahren. Schon bei der Fahrt nach oben fing es leicht an zu regnen, was sich oben angekommen in einen handfesten Eisregen umgewandelt hatte. Aber mir sollte es egal sein, weiter wollte ich heute nicht. Das Wohnmobil habe ich, wie bereits vor zwei Jahren, wieder vor der Panoramahütte abgestellt. Diese hatte geschlossen, also konnte ich auch niemanden um Erlaubnis fragen. Vor der Edelweishütte in nur 100 Meter Entfernung war wieder alles vollgeparkt mit Motorrädern und Autos. Ich bin zur Edelweishütte gelaufen und habe ein leckeres Stück Kuchen und einen Cappucino genossen.

18.05.2019 Achter Tag der Dolomitentour
Heute war die erste Etappe der Heimreise geplant. Es sollte bis nach München gehen, weil ich mir das Bundesliga-Finale (FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt) im Stadion ansehen wollte. Es ging wieder zu Jochen, der allerdings an dem Wochenende verreist war. Das wusste ich aber bereits vorher. In der Straße vor seinem Haus habe ich das Wohnmobil geparkt und dort auf meinen Schwager und seinen Kumpel gewartet. Gemeinsam sind wir dann mit der U-Bahn zur Alianz-Arena gefahren und haben uns das Spiel angesehen. Als Eintracht-Fan war es schon ziemlich schwer, die haushohe Niederlage mit anzusehen. Aber auch das gehört zum Fußball.

Nach dem Spiel sind die beiden wieder nach Hause gefahren. Ich habe mich am Marienplatz im „Augustiner“ noch mit Freunden getroffen, die mit einem Fanclub auch beim Spiel im Stadion waren und abends in dem Lokal mehrere Tische reserviert hatten. Wir haben einen schönen Abend bei Schweinshaxen und Bier aus richtigen „Männergläsern“ verbracht.

Dann ging es mit der U-Bahn zurück zum Wohnmobil, wo ich den Abend noch bei einem Bier ausklingen ließ. Dann war es auch schon Zeit zum Schlafen.

19.05.2019 Neunter Tag der Dolomitentour
Tag der Heimreise. Zum ersten Mal habe ich tatsächlich länger geschlafen, als eigentlich geplant. Gegen 10 Uhr bin ich aufgewacht, habe den obligatorischen Kaffee zubereitet und dann ging es auf den Heimweg. Der verlief weinig spektakulär, mit nur wenigen Staus. Gegen 17:30 Uhr war ich wieder zuhause. Damit endet auch mein Reisebericht. Ich hoffe, es hat Euch auch diesmal wieder ein wenig gefallen.

Fazit:
Es war wieder eine Reise voller Erinnerungen, wie es geplant war. Ich hatte mehr Zeit als in den Jahren vorher, deshalb gab es neben den Pässen eben auch noch andere Dinge zu sehen, was ja auch ganz schön war. Ich war auch früher im Jahr unterwegs, so dass die Wintersaison bereits vorbei war, die Sommersaison aber noch nicht gestartet war. Das Resultat waren viele geschlossene Restaurants und Einrichtungen. Für mich war das nicht schlimm, da es mir hauptsächlich um die Erinnerungen ging. Vielleicht fahre ich beim nächsten Mal aber trotzdem etwas später, um endlich doch einmal den Ausblick von den „Drei Zinnen“ erleben zu dürfen.